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Kos-Stadt

Kos-Stadt ist der Hauptort und Hafen der Insel. Sie liegt an der Nordostspitze, gegenüber der türkischen Küste. Im Stadtgebiet leben rund 21.000 Menschen. Antike Ruinen, eine mittelalterliche Ritterburg, osmanische Moscheen und Bauten aus der italienischen Zeit liegen hier dicht beieinander.

Der Hafen

Am runden Hafenbecken, das wie der berühmte Hafen von Rhodos Mandraki heißt, liegen Fischerboote, Ausflugsschiffe und Segelyachten. Entlang der Promenade reihen sich Cafés und Tavernen. Größere Fähren legen etwas weiter östlich an, von hier geht es zu den Nachbarinseln und hinüber nach Bodrum.

Die Johanniterburg Neratzia

Den Hafeneingang bewacht die Burg der Johanniter. Die Ritter hatten Kos 1309 übernommen und bauten die Festung im 14. und 15. Jahrhundert zu einer mächtigen Anlage aus. In ihren Mauern stecken zahlreiche Säulen, Inschriften und Reliefs aus antiken Gebäuden, die als Baumaterial dienten. Ihr Name Neratzia erinnert an die Bitterorangen, die einst hier wuchsen. Die Palmenallee vor der Burg verläuft dort, wo früher der Burggraben lag. Eine Brücke führt vom Platz der Platane hinüber.

Die Platane des Hippokrates

Auf dem kleinen Platz vor der Burg steht die berühmte Platane. Der Überlieferung nach soll Hippokrates in ihrem Schatten seine Schüler unterrichtet haben. Der heutige Baum ist zwar deutlich jünger, aber trotzdem mehrere Jahrhunderte alt. Seine ausladenden Äste werden von einem Gerüst gestützt. Gleich daneben stehen die Loggia-Moschee von 1786 und ein osmanischer Brunnen, dessen Becken aus einem antiken Sarkophag besteht.

Antike mitten in der Stadt

Nach dem schweren Erdbeben von 1933 legten italienische Archäologen große Teile der antiken Stadt frei. Die Agora, der einstige Marktplatz, gehörte mit rund 300 m Länge zu den größten der antiken Welt. In den westlichen Ausgrabungen verläuft ein Stück der römischen Hauptstraße, des Decumanus maximus. Dort sind Mosaikböden und wieder aufgerichtete Säulen des Xystos zu sehen, einer überdachten Laufbahn des antiken Gymnasions. In der Nähe liegen das kleine römische Odeon und die Casa Romana, eine prächtige römische Villa mit Innenhöfen und Mosaiken.

Italienisches Erbe

Von 1912 bis 1943 gehörte Kos zu Italien. Nach dem Erdbeben von 1933 bauten die Italiener die Stadt nach neuen Plänen wieder auf. Viele Gebäude im Zentrum stammen aus dieser Zeit, etwa am Eleftherias-Platz das Archäologische Museum und die Markthalle. Am selben Platz steht die Defterdar-Moschee aus osmanischer Zeit. Etwas abseits erinnert die 1935 erbaute Synagoge Kahal Shalom an die jüdische Gemeinde der Insel, die 1944 deportiert wurde.

Stadt der Fahrräder

Kos-Stadt ist flach, und ein Netz aus Radwegen führt durch das Zentrum und an der Küste entlang bis zu den Hotelvierteln Lambi und Psalidi. Fahrräder gehören hier fest zum Stadtbild, bei Einheimischen genauso wie bei Urlaubern.

Nach dem Beben

Am 21. Juli 2017, ein Jahr vor meiner Reise, traf ein Seebeben der Stärke 6,6 die Insel. In einer Bar in der Altstadt kamen zwei Menschen ums Leben, im Hafen entstand eine kleine Flutwelle. Mehrere historische Bauten, darunter Moscheen und Teile der Burg, wurden beschädigt und blieben danach längere Zeit gesperrt.

Auf der Karte

Kos-Stadt mit Hafen und Altstadt

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